Das Wesen des Menschen
Einleitung
Flaniert man auf deutschen Straßen, wird man schnell eines gewahr: Es gibt 2 Typen von Menschen, die ich als Ausweichler und Pfadgeher bezeichnen möchte.
Der Pfadgeher wählt sich seinen Weg und bleibt auf diesem bis er sein Ziel erreicht hat. Er wird anderen nicht ausweichen und sie durch sein Auftreten dominieren. Dieser Dominanz wohnt sowohl Arroganz als auch Aggression inne. Der Pfadgeher reflektiert sein Verhalten nicht unbedingt, man unterscheidet den bewussten vom unbewussten Pfadgeher. Der Pfadgeher ist ergebnis- und zielorientiert und nicht kompromissbereit. Sein Verhalten basiert nicht zwangsläufig auf einem ausgeprägtem Selbstbewusstsein, oft sind gruppenaffine Pfadgeher zu beobachten. Jene werden zumeist erst in der Gruppe zum Pfadgeher und beschränken sich in der restlichen Zeit aufs Ausweichen. Versuchen nichtgruppenaffine Individualpfadgeher sich in einer Gruppe zu bewegen, kommt es zum Machtkampf, da jeder Pfadgeher die Wegewahlhoheit für sich beansprucht. Hier wird sich der subdominantere Pfadgeher zum mitlaufenden Ausweichler wandeln. Sind die Pfadgeher auf einer Hierachieebene wird es zur Aufspaltung der Gruppe kommen.
Der Ausweichler ist das logische Gegenstück zum Pfadgeher. Für den Ausweichler ist der Weg zum Ziel von Fremdbestimmung dominiert. Er ist sich nur des Zielortes bewusst, der Weg dorthin entzieht sich seiner Entscheidungsgewalt. Er ist nicht in der Lage, aus seinem Wunsch vom Erreichen des Zielortes einen Pfad zu abstrahieren. Der Ausweichler meidet die Konfrontation. Er wird seinen Weg um die Pfade der Entgegenkommenden wählen. Bewegt sich der Ausweichler in einer Gruppe, wird er dem höchstdominantesten Pfadgeher folgen und sich durch häufiges Drehen des Kopfes des Weges vergewissern. Seine Position ist hinter dem Führer der Gruppe. Wird der Führer langsamer und fällt hinter den Ausweichler, wird dieser seine Position schnellstmöglich korrigieren und durch unsichere Blicke seine Subdominanz erklären. Häufig sind Gruppen von Ausweichlern anzutreffen, die über die Wahl des Weges diskutieren. Hier wird sich ein dominanter Pfadgeher herausbilden, der zum Führer der Gruppe wird. Durch die fehlende Aggression wird es kein Auseinanderbrechen der Gruppe geben.
Zusammenstöße
Kreuzen sich trotz aller Vorsicht die Wege eines Pfadgehers und eines Ausweichlers, kommt es zum Konflikt. Der Ausweichler wird seine subdominante Position durch Entschuldigen und Senken des Blickes erklären, wohingegen der Pfadgeher durch laute Missmutsbekundigungen und Aufstellen zur vollen Körpergröße seine Dominanz festigen wird. Ist der Aggressionspegel des Pfadgehers hoch, ist ein Durchstoß der Intimsphäre des Ausweichlers wahrscheinlich. Hierbei ist vor allen Dingen der bewusste vom unbewussten Pfadgeher zu unterscheiden. Der bewusste Pfadgeher ist ein vernunftgetriebener Mensch, der sich seiner selbst bewusst ist. Der unbewusste Pfadgeher jedoch ist von Aggression getrieben. Der bewusste Pfadgeher wird folglich beim Zusammenstoß weniger emotional reagieren und eine Entschuldigung rasch akzeptieren, um seinen Zielort in geplanter Zeit zu erreichen. Der unbewusste Pfadgeher wird sich des Zeitverlustes durch einen Konflikt nicht bewusst sein und seine Dominanz zu festigen versuchen.
Trifft ein nichtgruppenaffiner Individualpfadgeher auf einen gruppenaffinen Pfadgeher umgeben von seiner Gruppe, wird der gruppenaffine Pfadgeher seine Position durch Missmutsbekundigungen erklären. Dieses Verhalten resultiert aus seiner Gewissheit der Überlegenheit einer Gruppe über dem Individuum. Der bewusste Pfadgeher wird seinen Weg fortführen, wohingegen der unbewusste einen Konflikt mit der Gruppe provozieren wird.
Zwei sich nähernde Ausweichler sind häufig in einen Zusammenstoß verwickelt. Ausweichler 1 wird den drohenden Zusammenstoß bemerken und einen neuen ausweichenden Pfad wählen. Zur selben Zeit wird Ausweichler 2 den oftmals gleichen Pfad zur Vermeidung eines Zusammenstoßes wählen. Dies wird sich bei zunehmender Annäherung mehrmals und schneller werdend wiederholen, der Zusammenstoß ist dann unvermeidlich. Der Ausweichler reagiert in diesem Falle mit Selbstreflektion. Seine ohnehin niedrige Dominanz wird abermals herabgestuft und Selbstzweifel dominieren seinen Gedankenhorizont. Dem anderen Ausweichler gegenüber wird er leise und hastig Entschuldigungen äußern, die von diesem nicht vollständig erfasst werden können, da er selbiges selbst verkündet.
Zusammenstöße zwischen Pfadgeher enden im Konflikt und dem Wandel eines der Kollisionspartner zu einem subdominanteren Typ. Zusammenstöße zwischen Ausweichlern enden in der beiderseitigen Verstärkung der Subdomination.
Abschluß
Das Wesen zweier Menschen ist niemals auf gleicher Dominanzebene. Dominanz ist die spürbare Form des Selbstbewusstseins, Subdominanz die der Unsicherheit des Individuums über seine eigene Identität. Die äußere Form ist im Umgang mit Konflikten ersichtlich und wurde allgemeingültig am Beispiel der Wegewahl gezeigt. Jeder Mensch trifft Entscheidungen, die seinen Lebensweg beeinflussen. Viele Entscheidungen werden unbewusst, einige bewusst getroffen. Dem freien selbstdenkenen Menschen ist die unbewusste Entscheidung fremd und bewusste zu eigen. Der unaufgeklärte nichtreflektierende Unterwerfer entscheidet unbewusst und gegen sich selbst. Eine unbewusste Entscheidung ist zumeist eine Entscheidung von anderen. Menschen, die in jeder entscheidungserfordenden Situation dem einen oder anderen Typ fest zugeordnet werden können, sind sehr selten. Viel häufiger sind Mischtypen, die je nach Situation zum einen oder anderen tendieren, anzutreffen. Hier spielen äußere Faktoren, die das Selbstbewusstsein beeinflussen, eine große Rolle. Hier gibt es zeitlose, als auch zeitgebundene Einflüsse. Selten sind die Situationen mit dominantem Verhalten und jene der Subdominanz von gleicher Anzahl. So lässt sich in den meisten Fällen eine Kategorisierung des Menschentyps vornehmen. Eine Typänderung zum dominanten Entscheider ist durch Selbstreflektion und bewusster Lebenshaltung zu erreichen.
Kommentare
Thu, 24.02.2011 10:33
Thanks a lot for the icons, it is very helpfull!
Sun, 19.12.2010 22:51
I’ve been looking for a set li ke this for a long time. Many thanks!
Fri, 06.03.2009 22:58
Awesome, thanks!
Fri, 12.12.2008 20:21
Keine Ursache und ebenfalls ei nen schönen Abend!
Fri, 12.12.2008 19:33
Guten Abend, ich habe mein en Fehler entdeckt: Ich habe d ie Zeichen < und > nicht übers chrieben... Vielen Da [...]
Fri, 12.12.2008 19:09
Hallo Herr Voigt, wahrschei nlich haben Sie einfach einen Fehler eingetippt. Ich habe es gerade nochmal zum Test [...]
Fri, 12.12.2008 11:15
Hallo Herr Scheuer, vielen Dank für die schnelle Antwort. Ich habe nochmal alles so gem acht wie Sie es gesagt h [...]
Fri, 12.12.2008 08:56
Hallo Herr Voigt, anscheine nd hat ein Blog-Update den Lin k unbrauchbar gemacht. Ich hab e nun die entsprechende [...]
Fri, 12.12.2008 01:32
Hallo Herr Scheuer, können Sie mir bitte noch einmal erlä utern wie man sich bei chinada ily registriert? Ich hab [...]
Mon, 17.11.2008 15:27
Allerdings, weil die Informati onsdichte deutlich geringer al s bei einem Blog ist.
Mon, 17.11.2008 14:53
Und du hast was gegen Tumblr??
Mon, 10.11.2008 23:02
Sehr interessanter Artikel -- und gleichzeitig die Beschreib ung eines meiner Hobbies: Alle Menschen dazu zu bringe [...]
Sun, 12.10.2008 02:11
I suggest the Spring of Eclips e Plug-In: http://springofe clipse.sf.net
Sun, 12.10.2008 02:06
I suggest you the Plug-in Spri ng of Eclipse. http://sprin gofeclipse.sf.net
Wed, 13.08.2008 13:13
Hier ein Link zu unabhängigen Medien: http://infokrieg.tv/w ebradio_archiv.html http://nw o-fighter.info/blog/info [...]