Thursday, April 9. 2009
Sehr interessante Präsentationen über die Rolle von China in der Welt.
Wednesday, December 10. 2008
Peinliche Panne für die Max-Planck-Gesellschaft: Auf die
Titelseite ihres aktuellen Magazins hat sie chinesische Schriftzeichen
gedruckt. Nur von trockener Wissenschaft ist darin nicht die Rede -
stattdessen verspricht der Text heiße Mädchen aus Nordchina. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,595577,00.html Die beste Stelle: "Wir haben es uns einiges kosten lassen und junge Mädchen aus Nordchina
aufgetrieben“, heißt es in dem Text. Die Frauen würden demnächst ”bei
uns auftreten“, hätten eine ”verführerische Figur“ und seien ”heiß".
Saturday, August 9. 2008
Ein recht interessanter Artikel über die Position Chinas zu Tibet. Der Text wurde in der Beijing Rundschau 2004 online veröffentlicht, ist jedoch inzwischen nicht mehr erreichbar. Quelle: http://tibet.wordblog.de/2004/03/12/der-chinesische-standpunkt-zu-tibet/
Fragen und Antworten zu Tibet
Tibet ist ein untrennbarer Bestandteil Chinas
11. Kann China in Tibet ,,ein Land mit zwei Systemen“ praktizieren?
Oder kann durch eine ,,Volksabstimmung“ der Status Tibets bestimmt
werden?
Antwort: ,,Ein Land mit zwei Systemen“ ist eine Richtlinie, die von
der Zentralregierung Chinas zur Lösung der Taiwan-, Hongkong- und
Macau-Frage formuliert wurde. Tibet aber ist völlig anders als Taiwan,
Hongkong und Macau.
Tibet wurde bereits 1951 friedlich befreit. Ende der 50er und Anfang
der 60er Jahre wurde durch die demokratische Reform das feudale System
der Leibeigenschaft mit seinen politischen und religiösen Implikationen
abgeschafft. Im alten Tibet gab es keine persönliche Freiheit,
Millionen von Leibeigenen hatten keine Grundrechte. Im Jahr 1965 wurde
das Autonome Gebiet Tibet gegründet.
Gemäß der Verfassung und den betreffenden Gesetzen sind eine Reihe
von Rechten zur regionalen Autonomie der Nationalitäten, und das Recht
der tibetischen Bevölkerung, sich an den staatlichen und regionalen
Angelegenheiten zu beteiligen, gewährleistet. Durch den sozialistischen
Aufbau erfährt Tibet seit Jahrzehnten eine wirtschaftliche Entwicklung
und macht gesellschaftliche Fortschritte. Und die Einwohner leben
glücklich, in Eintracht und in Frieden.
Die vom Dalai gestellte Forderung nach sogenannter ,,hochgradiger
Selbstverwaltung“ ist nichts weiter als eine Augenwischerei für
diejenigen, die wenig von den Gegebenheiten Chinas wissen, zumal Tibet
längst schon eine der fünf Provinzen in China geworden ist, in denen
die regionale Autonomie der Nationalitäten praktiziert wird. Dalais
Forderung nach einer ,,hochgradigen Selbstverwaltung“ bedeutet im
Grunde die ,,Unabhängigkeit Tibets“ in zwei Schritten. Er beabsichtigt,
durch den ersten Schritt seine Herrschaft über Tibet
wiederherzustellen, das System des alten Tibet zu restaurieren und
durch den zweiten Schritt die ,,Unabhängigkeit Tibets“ zu erreichen.
Tibet ist ein untrennbarer Bestandteil Chinas und ein autonomes
Gebiet, über das China die Souveränität verfügt. Die Frage der
Bestimmung der Zukunft durch eine Volksabstimmung existiert überhaupt
nicht. Die sogenannte „Volksabstimmung“ stellt ein anderes Komplott
dar, nachdem die Aktivitäten der Dalai-Clique für die ,,Unabhängigkeit
tibetischer Gebiete“ gescheitert sind. Ihr Ziel besteht darin, unter
dem Vorwand der ,,Demokratie“ internationale Unterstützung zu gewinnen
und der ,,Tibet-Frage“ eine internationale Tragweite zu geben. Die
Dalai-Clique besteht weiterhin auf der ,,Unabhängigkeit Tibets“ und
schürt die Stimmung der Spalung.
II. Die demokratische Reform und das System der regionalen Autonomie der Nationalitäten
12. Welches Gesellschaftssystem gab es unter der Herrschaft des
Dalai Lama im alten Tibet? War das alte Tibet das letzte ,,Shangri-La“?
Antwort: Manche Ausländer bezeichnen Tibet oft als utopisches
Shangri-La gleichsam im Sinne des Elysiums, wie es der englische
Schriftsteller James Hilton in seinem Roman Lost Horizon beschrieben
hat. Es fällt ihnen schwer, sich vorzustellen, dass in Tibet bis zu den
50er Jahren des 20. Jahrhunderts das System der Leibeigenschaft mit
seinen politischen und religiösen Implikationen wie im europäischen
Mittelalter herrschte.
Die feudale Leibeigenschaft unter dem Dalai befand sich eigentlich
in der frühen Phase der feudalen Gesellschaft, sie trug deutliche
Merkmale der Sklavenhaltergesellschaft. Das System war grausam und
verbrecherisch.
Erstens ist das System durch die Vereinigung von Politik und
Religion gekennzeichnet. Die tibetische Lokalregierung bestand aus
hohen geistlichen Würdenträgern und Adligen. Der Dalai Lama war sowohl
der geistliche Führer als auch das Oberhaupt der Lokalverwaltung. 95%
der tibetischen Bevölkerung waren Leibeigene und Sklaven, die von
Beamten, Klöstern und Adligen abhängig waren. Sie hatten keine
persönliche Freiheit. Die Leibeigenen durften nach Belieben beschimpft,
geprügelt, verkauft, verschenkt, eingesperrt oder hingerichtet werden.
Bei der Begegnung eines Leibeigenen mit einem anderen Leibeigenen
fragte er nicht nach dessen Namen, sondern nach dem Namen seines
Leibeigenenhalters. Nach dem Gesetz des alten Tibet wurden die Menschen
in drei Kategorien mit neun Stufen eingeteilt.
Im Gesetz stand geschrieben, dass die Menschen vor dem Gesetz nicht
gleich waren. In einem Strafgesetz über das Sühnen eines Mords hieß es,
dass für einen Mord an einem Menschen aus der oberen Kategorie wie z.
B. eines Prinzen oder eines lebenden Buddhas Gold in seinem
Körpergewicht zu zahlen war. Wenn aber ein Mensch aus der unteren
Kategorie wie z. B. eine Frau oder ein Handwerker getötet wurde, dann
war nur ein Stück Strohschnur zu zahlen. In den Gerichten und
Gefängnissen im alten Tibet wurden Dutzende von entsetzlichen Foltern
wie z. B. Herausstechen von Augen, Abschneiden von Ohren, Abhacken von
Händen und Füßen oder Herausziehen von Sehnen angewendet.
Zweitens besaßen die Beamten, Klöster und Adligen, die nicht einmal
5% der Bevölkerung ausmachten, sämtliches Ackerland, Weideland,
Waldgebiet und Bergland und das meiste Vieh, hingegen hatten die
Leibeigenen und Sklaven, die 95% der Bevölkerung ausmachten, keinerlei
Produktionsmittel. Sie hatten weder Land noch persönliche Freiheit und
lebten von ihrer Arbeit auf dem Gut eines Leibeigenenhalters. Dieser
verfügte über das Recht, über Leben oder Tod eines Leibeigenen zu
entscheiden. Wenn ein Leibeigener eine Leibeigene heiratete, dann
mussten sie die Genehmigung bei den Leibeigenenhaltern beider Seiten
einholen. Wurde in dieser Ehe ein Kind geboren, wurde es registriert.
Sein Schicksal war es, lebenslang Leibeigener zu sein.
Drittens erfuhren weder die tibetische Wirtschaft und noch die
Kultur in diesem Gesellschaftssystem eine Entwicklung. Die Zahl der
Bevölkerung sank drastisch und war von einigen Millionen auf eine
Million abgesunken. Epidemien konnten nicht unter Kontrolle gebracht
werden. Die durchschnittliche Lebenserwartung betrug nur 35,5 Jahre.
Über 90% der Tibeter waren Analphabeten. In Lhasa, das 37 000 Einwohner
hatte, gab es vier- bis fünftausend Bettler. Und in Xigaze, dessen
Bevölkerungszahl bei etwa 10 000 lag, gab es soger zwei- bis
dreitausend Bettler. Im Winter erfroren viele Obdachlose überall auf
der Straße.
Aus zahlreichen historischen Quellen geht hervor, dass im alten
Tibet das grundlegende Menschenrecht grausam und barbarisch mit Füßen
getreten wurde. Als Oberhaupt der politischen und geistlichen Macht
trug der ins Ausland geflüchtete Dalai Lama die Verantwortung.
13. Warum wurde 1959 die demokratische Reform in Tibet durchgeführt?
Welche Vorteile hat sie der tibetischen Bevölkerung gebracht?
Antwort: Im alten Tibet galt das System der Leibeigenschaft mit
Politik und Religion in einer Einheit. In diesem Gesellschaftssystem
wurden die Tibeter politisch unterdrückt und wirschaftlich ausgebeutet;
es herrschte ein Elend, das nahezu einmalig in der Welt war.
1951 wurde das 17-Punkte-Abkommen zur friedlichen Befreiung Tibets
von der Zentralregierung und der tibetischen Lokalregierung
unterzeichnet. Unter der Berücksichtigung der geschichtlichen
Entwicklung und der aktuellen Situation war im Abkommen vorgesehen,
dass das Gesellschaftssystem in Tibet reformiert werden muss, aber ohne
Zwang durch die Zentralregierung. Die Reform sollte von der tibetischen
Lokalregierung selbst eingeleitet und durchgeführt werden.
Manche Leute in der tibetischen Führungsschicht betrachteten die
Geduld und die Politik der Erziehung von Menschen als politische
Schwäche und entfesselten skrupellos die bewaffnete Rebellion. In
dieser Situation schlug die Zentralregierung 1959 dem Wunsch der
meisten tibetischen Einwohner entsprechend die Rebellion nieder.
Durch die demokratische Reform in Tibet wurde das grausame und
finstere System der Leibeigenschaft abgeschafft und Millionen von
Leibeigenen und Sklaven wurden befreit. Sie wurden nicht mehr wie einst
als Privateigentum der Lehnsherren gekauft, verkauft, einem anderen
überlassen oder getauscht und auch nicht von diesen zur Zwangsarbeit
gezwungen. Die Leibeigenen oder Sklaven, die lange Zeit als
,,sprechende Tiere“ betrachtet worden waren, wurden nun Menschen und
gewannen persönliche Freiheit. Sie wurden Herren ihres eigenen
Schicksals und der Gesellschaft. Das ist eine epochale Veränderung in
der tibetischen Geschichte und ein großartiger Fortschritt in der
Geschichte der Entwicklung des Menschenrechts.
Während der demokratischen Reform wurden die Leibeigenenhalter
unterschiedlich behandelt. Die Produktionsmittel derjenigen, die an der
Rebellion teilgenommen hatten, wurden beschlagnahmt, und für die
anderen Leibeigenenhalter wurde die Politik der friedlichen Reform
durchgeführt. Ihre Produktionsmittel wurden aufgekauft und dann an die
in Not und Elend lebenden Leibeigenen und Sklaven verteilt. Das fand
Verständnis bei zahlreichen sich kooperativ zeigenden Persönlichkeiten
in der tibetischen Führungsschicht.
14. Wie wird das System der regionalen Autonomie der Nationalitäten in Tibet durchgeführt?
Antwort: Es ist ein wichtiger politischer Grundsatz in China, in den
von den nationalen Minderheiten bewohnten Gebieten die regionale
Autonomie der Nationalitäten durchzuführen. Dies ist in der
chinesischen Verfassung und im Gesetz über die regionale Autonomie der
Nationalitäten verankert.
Im April 1956 wurde die Vorbereitungskommission für das Autonome
Gebiet Tibet ins Leben gerufen, und das Autonome Gebiet Tibet wurde
1965 offizill gegründet. Gemäß der Verfassung und dem Gesetz über die
regionale Autonomie der Nationalitäten hat Tibet ein weitgehendes Recht
zur autonomen Verwaltung. Es betrifft vor allem Gesetzgebung, Gebrauch
von Sprache und Schrift der Nationalität, Personalverwaltung und die
Erschließung von Ressourcen in Tibet. Nach der Gründung des Autonomen
Gebiets Tibet wurden über 120 gesetzliche Bestimmungen und Maßnahmen
zur der tibetischen Gegebenheit entsprechenden Durchführung der für das
ganze Land gültigen Gesetze vom Volkskongress des Autonomen Gebiets
Tibet und seinem Ständigen Ausschuss ausgearbeitet.
Auf der Grundlage der Beibehaltung der gesetzlichen Feiertage des
ganzen Lands wurden noch das ,,Tibetische Heujahr“ und das
,,Shoton-Fest“ zu regionalen Feiertagen bestimmt. Der besonderen
geographischen Lage entsprechend wurde die 35-Studen-Woche zur
wöchentlichen Arbeitszeit bestimmt – fünf Studen weniger als in anderen
Regionen des Landes.
Die Posten des Vorsitzenden des Ständigen Ausschusses des
Volkskongresses des Autonomen Gebiets Tibet und des Vorsitzenden des
Autonomen Gebiets Tibet sowie die entsprechenden führenden Posten der
Bezirke, Städte und Kreise haben Tibeter inne. Es werden mit
konzentrierter Kraft Beamte tibetischer Nationalität aus- bzw.
herangebildet, damit sie die tragende Kraft der Beamtenschaft in Tibet
werden.
Durch den Volkskongress des Tibetischen Autonomen Gebiets wurden die
Bestimmungen zum Lernen, zur Verwendung und Entwicklung der tibetischen
Sprache (zur probeweisen Durchführung) verabschiedet. Darin ist
vorgesehen, dass für das Autonome Gebiet Tibet gleicherweise die
tibetische Sprache und die chinesische Sprache gelten, wobei die
tibetische Sprache als Hauptsprache gebraucht wird.
Die offiziellen Dokumente wie gesetzliche Bestimmungen,
Verordnungen, Anweisungen und Bekanntmachungen werden in zwei Sprachen
abgefasst. In Gerichtsverhandlungen, in denen Tibeter beteiligt sind,
wird die tibetische Sprache verwendet. Das politische und
wirtschaftliche Recht der tibetischen Bevölkerung wird durch die
Praktizierung des Systems der regionalen Autonomie der Nationalitäten
gewährleistet.
Tuesday, July 29. 2008
Natürlich stand diesmal der Besuch meiner Schwiegereltern im Süden Chinas auf dem Programm und so flogen wir Samstag Abends nach Fuzhou. Im Flughafen in Beijing gab es dann eine kleine Überraschung, ich sah einen Burger King in China, den wir auch dann gleich für einen kleinen Test aufsuchten. Nach einer Stärkung ging es durch die Sicherheitsschecks und wir warteten aufs Flugzeug. Air China setzt auf Inlandsflügen sehr kleine Airbusse und Boeings ein, was ein ungewohntes Gefühl ist. Das Essen war wie immer miserabel, aber man überlebt es. Der 2-stündige Flug stellte sich als etwas ungemütlich heraus, was nicht an der doch sehr guten Beinfreiheit, sondern eher an den Luftlöchern lag. Shouyan hatte Angst, ich war etwas genervt, weil ich nicht an mein Notebook konnte, aber 2 Stunden sind ja auch nicht so lang.
Shouyans Vater hatte sich um einen Abholservice gekümmert, der uns von dem etwas außerhalb gelegenen Flughafen abholen sollte. Die ersten südchinesischen Kuriositäten gab es gleich auf der Fahrt zum Hotel. Sogleich wurde ich gewahr, dass man im Süden Chinas anders Auto zu fahren pflegt, als in Beijing. Es wird einfach nur wild gerast, nachdem ich mich daran gewöhnt hatte wunderte ich mich, warum er bei sehr wenig Verkehr dauernd hupte wie verrückt. Die Erklärung ist folgende: Es gibt viele Seitenstraßen, aus denen viele Fuzhouer des nachts herauszulaufen pflegen und jene warnt man praktischerweise mit Gehupe vor der Seitenstraße. Des weiteren viel mir auf, dass immens viele bunte Lichter an allen möglichen Gebäuden etc. gibt. Shouyan erklärte mir, dass man im Süden, trotz hoher Strompreise, sich sehr für vielerlei verschiedene Lichter begeistern kann. Das Geblinke und Geblitze wirkte zuerst etwas befremdlich, aber einige Sachen sahen wirklich gut aus und nicht so kitschig, wie ich das erwartet hätte. Unser Hotel war nicht schlecht, es gab alles wichtige, nebst einem großen Teller voller Früchte, den die Eltern von Shouyan auf unser Zimmer hatten bringen lassen.
Am nächsten Morgen erwartete uns ein recht ungenießbares Frühstück, von dem ich mich rückblicken lieber ganz fern gehalten hätte. Ein kurzer Spaziergang folge und ich konnte erste Eindrücke von Fuzhou am Tage gewinnen. Fuzhou hat 6 Millionen Einwohner und ist damit eine mittelgroße chinesische Stadt. Anders als in Peking oder etwa Berlin fühlt es sich aber nicht wie eine Stadt mit so vielen Einwohnern an. Die Stadt ist umringt von grünen Wälder, die unbebergte Seite wird vom Meer geöffnet, frische Meeresluft weht durch die Stadt und die Straßen sind gesäumt von Mangobäumen. Es ist dort meistens recht warm und feucht, für Europäer kommen gleich Assoziationen aus Sommerurlauben ins Bewusstsein, eine wirklich nette Stadt. Ein ganz anderes Gefühl als im staubigen grauen Beton-Beijing. Anders als dort, ist man aber überhaupt nicht an Ausländer gewöhnt und wird ständig wie ein Alien begutachtet. Die Südchinesen sind kleiner als die im Norden und so konnte ich mühelos über alle hinwegsehen und sah in den Straßen eine Masse an schwarzbeharrten Köpfen auf und ab schwingen. Überall wo ich meinen Blick hinschweifen ließ, schauten mich 2 neugierige Augenpaare an. Anfänglich ganz lustig, später etwas irritierend und nervig, da ich mir die Stadt und nicht die ganzen Mädchen anschauen wollte. Einige drehten sich mehrmals zu mir um, eine Frau lief an mir vorbei um dann sich zweimal umzudrehen und mich von oben bis unten zu mustern, ein mit dem Fahrrad unterwegs gewesener Herr fuhr fast gegen den Bordstein, da er beim Umdrehen den Lenker verriß. Eine etwas bizarre Situation.
Mit dem Taxi (günstiger als in Beijing, nur 7 Yuan für die ersten 3 oder 4 Kilometer und 1,5 für jeden weiteren, 1 Yuan entspricht etwa 10 Cent) ging es dann zu Shouyans Eltern. Von außen wirkte das Haus etwas sanierungsbedürftig, innen war es jedoch sehr ordentlich und geschmackvoll eingerichtet. Shouyans Vater begrüßte mich herzlich mit offen Armen und „Ke lao si“. Ein paar „Ni haos“ und Händeschütteln später waren wir in der Wohnung der Eltern, Shouyans Mutter organisierte mir die größten Hausschuhe, die natürlich immer noch viel zu klein waren. Es gab gleich erstmal leckeren Tee und ich konnte die vielen Steine und das große Holzschiff im Wohnzimmer bestaunen. Überrascht war man, dass ich Chinesisch sprach, wenn auch nicht viel, aber was ich sagte, passte und war korrekt ausgesprochen. Shouyans Vater meinte, mein Mandarin sei besser als seins, ich verstand ihn aber recht schnell. Das Südchinesische ist etwas weicher als das nördliche. Man spricht viel Dialekt, von dem ich leider nicht viel verstehen konnte.

Bei Shouyans Eltern durfte ich (immer noch gesättigt von dem schlechten Frühstück) gleich mich an einen großen Kuchen machen. Er schmeckte wirklich gut und nun war ich richtig satt. Aber es gibt jetzt erst richtig los: Shouyans Vater verschwand kurz in der Küche, auch ihre Mutter verschwand und wir schauten uns im Fernsehen etwas Jingju, Peking-Oper, an. Kurz darauf saßen wir wieder am Tisch und ich musste ein Gericht probieren. Gespannt wartete man auf mein “hao chi”, was so viel wie “schmeckt gut” bedeutet. Es folgte das nächste Gericht, warten, “hao chi” und Vater Jiang verschwand wieder zufrieden in der Küche um sogleich mit dem nächsten Gerichten wiederzukehren. Ich aß und aß und viele “hao chi”s später war ich so extrem satt, dass mir der Bauch weh tat. Shouyans Vater, Shouyan und ich besuchten einen sehr schönen See, der nur wenige Minuten mit dem Auto weglag. Erstaunlich, waren wir doch mitten in der Stadt. Nach der kurzen Autofahrt waren wir an einem recht großen See mit Palmen, Wald und Villen. Wir besuchten noch Shouyans alte Schule und liefen mit Ying Zhao durch die Stadt. Am Abend durfte ich dann zum Essen mit mehr Verwandschaft. Wir aßen im fünften Stock eines Restaurants, mit eigenem Raum, eigener Toilette, eigener Klima und Fernseher, sowie eigenem Personal. Wir waren eine Gruppe von neun Personen, Onkels, Tanten, wir und ein Neffe. Jeder begrüßte mich sehr freundlich und es ging zügig ans Essen. Ich war immer noch furchtbar gefüllt von dem mittäglichen Gelage. Jede (vegetarische) Speise musste erst von mir verköstigt werden, man wartete, “hao chi”, entspanntes Lächeln und Lob für meine Stäbchenkünste. Ich denke, es dürfte klar sein, dass ich am Abend wie ein geplatzter Koffer mit offener Hose mich auf mein Bett fallen lies und nach Luft japste. Das war einfach zuviel Essen. Am nächsten Tag wurden wir bei Shouyans Eltern noch mit einem Koffer(!) voller Essen und einigen Tüten voll Nahrung versorgt, die wir schön im Flugzeug nach Peking schleppten.
Monday, July 28. 2008
Am nächsten Morgen ging es dann zu Siemens, habe dort Li Wei, meinen Chef getroffen. Der sympathische Eindruck vom Telefon fand ich bestätigt, er ist etwas klein, aber im Auftreten sehr selbstbewusst. Man merkt im die leitende Funktion an. Mit „Visitor“-Karte ausgestattet folgte ein kleiner Rundgang auf dem Siemens-Compound. Man hat hier einen großen Turm hingestellt, zur Zeit beginnt der Umzug aller Departements von den kleineren vierstöckigen Häuser in den 27-Stock-Koloss. Im Building G angekommen wurde ich dem kompletten Departement vorgestellt. Dies dauerte sicherlich eine gute Stunde lang, ich schüttelte dem ganzen Haus die Hände und konnte mir nach den ersten drei weder den Namen noch die Position der Personen merken. Li Wei meinte, das wäre egal, da sie mich so wiedererkennen würden, was der Sinn der Aktion sei.

Ich bekam mein „Arbeitsgerät“ zugeteilt, ein wirklich krankes Notebook. Siemens ist eine sehr bürokratische Firma, für alles müssen Formulare ausgefüllt, ausgedruckt, vorgelegt, unterschrieben und zu irgendwem gebracht werden müssen. Somit gibt es genauso viele Notebooks wie Mitarbeiter, Workstations gibt es praktisch keine und mein Notebook wurde irgendwo aus der Versenkung gezaubert. 500 MHz und kaputte Scharniere erwecken einen falschen Eindruck, denn ich liebe das kaputte Ding. Es wiegt vielleicht 1 Kilogramm, der Lüfter springt fast nie an, es hat 12 Zoll und 1024 Pixel in der Horizontalen. Es ist auch sehr schnell, was ich mir nicht erklären kann. Nach dem Booten freute ich mich: ein Linux. Ok ein angestaubtes Red Hat mit 2.4er Kernel, aber immerhin Linux. Eine Stunde später war Windows XP installiert, Linux auf den Arbeitsgeräten passt hier leider nicht ins Arbeitsumfeld. Trotz 256 MB RAM und Windows XP läuft das Teil sehr flott, sehr merkwürdig. Von Li Xiao Yi bekam ich eine Führung durch die Rechenzentren und konnte einen guten Einblick in die verwendeteten Systeme und den Aufbau des Netzwerks hier bekommen.

Am zweiten Tag saß ich nicht mehr bei Li Wei, sondern an meinem Schreibtisch beim „Team“. Man hat mich gleich zu den Unix-Admins gepackt, die sich auch um die Backup-Systeme kümmern. Man setzt hier Red Hat, SuSE, HP-UX und Solaris ein. Backups werden außer auf Festplatten auch auf Tapes gemacht, was ziemlich abgefahren ist, denn zweimal die Woche werden 100 Tapes je 800 GB gewechselt und eingelagert. Jedes Tape schlägt mit je 50 Dollar zu Buche + einiges an Porto für das Off-Site-Backup in Singapur. Das System von HP ist sehr interessant. Man baut in in Racks sogenannte Jukeboxen ein. Diese werden mit Tapes in Einschüben befüllt und können mit einem kleinen Robotorschlitten einzelne Tapes aus den Einschüben herausgenommen werden.
Meine Tätigkeit ist sehr vielfältig und interessant, ich arbeite nur mit Chinesen zusammen, was sehr lustig ist. Die Atmosphäre ist entspannt und es gibt immer was zu lachen. Am meisten mache ich mit Gao Ruo Fei, der auch bei mir im Raum sitzt. Durch ihn lernte ich das Backup-System kennen und konnte mich mit SLES, Solaris und HP-UX austoben. Ich habe einige Systeme aufgesetzt und es dokumentiert, die Dokumentationen kommen so gut an, dass man sie jetzt zur Einweisung neuer Mitarbeiter verwenden möchte. Eines meiner Skripte, das viele der Security Advisories abcheckt, stopft und Tipps gibt, hat es inzwischen nach München geschafft, wo es bald auf einem Pool von Serven getestet und dann weltweit angeboten werden soll. Habe die Chance genutzt mich auch mal außerhalb des Linux/Unix-Umfeldes zu bewegen und mich ein paar Tage mit dem Windows Terminal Server und Citrix beschäftigt. Sehr interessant, wieviele Löcher es standardmäßig gibt und wie man diese schließen kann. War mal recht spannend etwas „Hacking“ zu betreiben. Nur die kranke Konstruktion Remote Desktop => Vmware => Remote Desktop => Vmware hat teilweise etwas für Verwirrung gesorgt. Schwierig ist dabei auch das Senden von CTRL-ALT-DEL an die richtige Maschine.

Später habe ich mich mit Cisco Switchen beschäftigt. Soumana Hama Kadri trat an mich heran und bat mich um meine Hilfe. Innerhalb einer Woche hatte ich ein Tool nebst Webinterface und Corporate Design fertig und konnte es dem Team Leader in einem Meeting vorführen. Leider war nicht mehr genug Zeit um diese Demo abschließend zu integrieren, aber ich denke, man wird sich darum kümmern. Durch mein Tool ist jetzt endlich möglich, dass der Helpdesk jede Netzwerkdose (outlet) mit einem Klick aktivieren und deaktivieren kann. Mein Skript sucht sich den passenden Switch, loggt sich auf jenen ein und bedient ihn fern. War sehr interessant und stellt für meine Kollegen eine enorme Zeitersparnis dar. Außerdem können neue Mitarbeiter damit schneller ins Netz integriert werden. Abgerundet wurde es durch Logs und einige Komfortfunktionen.
Wenn ich nicht arbeitete, sprach ich oft mit meinen Kollegen, die allesamt außerordentlich nett und freundlich waren. Viele brauchten einige Zeit, bis sie ihre Scheu überwunden, aber waren dann umso gesprächiger und neugieriger. Erst nach einigen Wochen entdeckte ich, dass Zhang Chun You sehr gutes Englisch spricht und alles, was ich sprach verstand.
Alle waren sehr traurig, als ich gehen musste und auch mir viel der Abschied schwer. Sehr rührend waren die vielen Abschiedsgeschenke und das exquisite Abschiedsmahl, dass man mir spendierte. Vielen Dank an Xia Fei, Zhi Guo, Wilinna, Li Wei, Li Xiao Yi, Gao Ruo Fei, Zhao Xin, Soumana Hama Kadri, Zhao Ming und alle, die ich vergessen habe.
Sunday, July 27. 2008
Samstag nachmittags ging es los in Frankfurt Richtung Beijing. Ich ging schon verhältnismäßig früh zum Gate und wurde von einigen Hundert Leuten an den Sicherheitschecks überrascht. Ca. 10 Minuten vor dem Abflug stand ich immer noch in der Schlange und wurde (ganz im Gegensatz zu den entspannten Flughafen-Kollegen) langsam unruhig. Meine Schlange ging natürlich schleichend langsam voran und dann war auch noch das Band kaputt, wurde aber zügig repariert. Gehetzt und genervt eilte ich Richtung Passkontrolle, die schnell und lustig vonstatten ging. Beim Gate, tolle Überraschung, exakt die gleichen Sicherheitschecks noch einmal. Der Sicherheitskanaille versichert mir, dass dies eine baulich bedingte Schikane sei, da an diesen paar Gates die landenden Passagiere nochmals vorbeigeleitet werden. Nun denn, Gürtel raus und durch. Wir waren im letzten Bus, der zum Flugzeug fuhr, es fehlten immer noch 30 Leute, vermute einige haben den Sicherheitscheck nicht überlebt. Direkt zum Zeitpunkt des Abflugs ins Flugzeug zu hechten ist eine gute Sache: Man setzt sich hin, schnallt sich an und hebt ab.

Es gab ein paar Turbulenzen, sowohl nach dem Start und vor der Landung, aber nichts aufregendes, vergleichbar mit Eurpoparkachterbahnen. Beim „Air China“-Essen kann ich zu letztem Jahr eine leichte Verbesserung feststellen, kann aber auch nur Zufall gewesen sein. Ansonsten habe ich mal die Menge der Stewardessen / Flight Attendants / Saftschubsen unter die Lupe genommen: Keine war älter als 30 und es gab diesmal sogar einen Herren mit an Bord.
Nach der Landung brauchte ich eeewig an der Passkontrolle. Es waren ca. 2 Flieger an Leuten vor den Schaltern und vielleicht 5, später ein paar mehr, Kontrolleure, sowie 3 Kugelschreiber für die Einreisepapiere, die man uns diesmal während dem Flug nicht ausgehändigt hatte. Der Mangel an Personal lag vielleicht auch an der unchristlichen (unbuddhistischen oder jeder anderen Religion zuschreibbaren) Landezeit am Sonntag Morgen um 6:20.

Inzwischen war es halb zehn und ich wurde schon von meiner müden aber glücklichen Shouyan, einer Frau und einem Herren (meinem Abholservice) erwartet. Das Wetter in Beijing war neblig mit leichtem Regen etwas schlechter als letztes Jahr, aber erträglich und wie gewohnt. Die Luft erschien mir etwas besser als 2007.
Beim Hotel angekommen, ging es rauf in den 25. Stock um meine Wohnung zu begutachten und sich breit zu machen. Zwei Praktikanten teilen sich ein Appartement und so durfte ich Benjamin Wahl (Entschuldigung an dieser Stelle für den Raub des „Jet Lag“-Schlafes), meinen Mitbewohner, kennenlernen. Er ist seit aus München und war ein paar Tage vor mir angekommen.
Das Appartement ist ansprechend zugeschnitten: Es gibt 2 Schlafzimmer, 2 Badezimmer, eine Küche und ein Wohnzimmer. Das Wohnzimmer hat einen Erker mit großen Panoramafenster, die Aussicht ist fantastisch. Mein Schlafzimmer hat auch einen kleinen Erker, dessen Aussicht ebenfalls nicht zu verachten ist. Es gibt (sehr langsames) Internet, einen Fernseher mit allen wichtigen chinesischen Programmen, Telefone, Klimaanlage, Waschmaschine etc., aber die Küche ist spärlich eingerichtet. Shouyan und ich sind deswegen gleich mal zum Ikea gefahren und haben allerlei Küchenutensilien eingekauft.
Monday, May 12. 2008
Heute Mittag um halb 3 gab es in China ein schweres Erdbeben. Nach den aktuellen Meldungen 7,8 auf der Richterskala in der (leicht) südwestlichen Provinz Sichuan (Sechuan). Trotzdem dass wir uns 1.500 Kilometer vom Epizentrum entfernt befinden, konnte man das Beben stark spüren. Ich war gerade im Büro als ich ein Schwanken nach links und rechts wahr nahm und es meiner Verfassung zuschrieb, “Nanu, wirst Du jetzt ohnmächtig oder was?”. Plötzlich kam mein Kollege Ruo Fei an mir vorbeigerannt: “Earthquake, get out, no kidding!” und lief weiter. Draußen trafen wir dann auf einige Kollegen, die recht entspannt die plötzliche Pause genossen. Uns war bis jetzt nichts über die Ausmaße bewusst, da in Peking das Erdbeben ‘nur’ noch 3,9 auf der Richterskala hatte. Gerade haben wir ein Handyvideo aus Chengdu, welches die nächstgrößere Stadt beim Epizentrum ist, gesehen. Es fielen die Schränke um, es gibt Risse in den Straßen, eingestürzte Häuser (darunter auch 2 Schulen mit 900 verschütteten Schülern) etc. Inzwischen gibt es Meldungen von 3000-5000 Toten und mehr als 10.000 Verletzte. Die Zahlen steigen ständig. Näheres hier http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,552785,00.html Edit: Nun sind es offiziell 10.000 Tote Edit2: Inzwischen ist man bei 20.000 Toten und 18.000 Vermissten Edit3: 50.000 Tote und 26.000 Vermisste - China trauert Edit4: Habe am Freitag 400 Yuan gespendet, hoffe es hilft was.
Sunday, September 30. 2007
Verkehr! Beijing hat Verkehr. Keine überraschende Neuigkeit in einer 22 Millionen-Metropole. Viele fahren ohne Führerschein und die anderen fahren, als hätten sie keinen. Es wird gedrängelt, gehupt, links rechts überholt, gerast....das volle Programm. Erstaunlicherweise sah ich nur einen einzigen Unfall, aber bei vielen Taxifahrten schloß ich die Augen, da das Grauen zu viel war. Die Polizei interessiert das alles überhaupt nicht, hauptsache der Verkehr rollt. Anscheinend scheint es für Fahrradfahrer auch gar keine Regeln zu geben, jedenfalls wurde mir das gesagt. Verkehrsampeln, Schilder, Geschwindigkeitsbegrenzungen scheinen keine große Bedeutung zu haben, dafür kommt man ausgenommen in der Rush Hour sehr flott voran. Busfahrten gestalten sich als sehr ungemütlich, da immer gerast, gebremst, gerast, gebremst wird... man kommt schnell vorran und es ist billig.
Saturday, September 29. 2007
Viele Sachen, die mir im Vorfeld von China erzählt worden, konnte ich nicht bestätigt finden. Natürlich, das Land verändert sich rasant und was heute noch up-to-date ist, ist nächstes Jahr ein alter Hut. In Handbuch für China las ich einige Monate vor meinen China-Trip, es gäbe keine Deoroller, völlig ausgeschlossen einen Deoroller zu erstehen. Das Buch ist von 2004 oder 2005, also nicht sehr alt. In den Drogerien entdeckte ich dann haufenweise Deoroller...
Anderes Beispiel. Im China-Workshop hielt eine ehemalige Praktikantin einen Vortrag über China, der auf Erfahrungen vor 8 Jahren beruhte. Eine Äone für China! Da wurden Sachen gesagt wie, „es gibt keine Bushaltestellen, man muss schreien, wenn man aussteigen will und in verschiedenen Regionen sind das unterschiedliche Wörter“, also ich sah Bushaltestellen, musste nicht schreien, nur aussteigen. Dann meinten sie „Mac Donald’s & Co. sind sehr teuer und wahre Delikatessen für Chinesen“, Mac Donald’s hat seine Preise seit 20 Jahren nicht mehr verändert und ist dementsprechend günstig. Beijing wurde als „laut, Luft nicht zum Atmen, verdreckt“ beschrieben. Laut ist relativ, das beschriebene „so laut, dass man nicht mal schlafen kann“, kann ich nicht bestätigen. Es war nicht lauter, als in einer deutschen Stadt, Fenster zu, Ruhe, kein Problem. Die Luft ist auch längst nicht so schlimm wie beschrieben, man kann sie ohne Probleme atmen, der Smog von den Autos habe ich nicht als besonders auffällig empfunden, aber Beijing ist eine trockene und staubige Stadt. Die Sicht ist nie besonders klar und alles ist schnell staubig. Staubig ja, verdreckt nein. Ok, es sieht nicht aus, wie in Deutschland, aber wer erwartet das? Ich konnte keinen signifikanten Unterschied zu anderen Ländern, wie Frankreich, Spanien, Türkei etc. feststellen, alles im normalen Rahmen.
Wednesday, September 26. 2007
Man merkt China die immense Bevölkerungszahl sehr an. Viele arme Chinesen aus dem Hinterland werden in die Großstadt gekarrt um dort ‘lustige’ Berufe auszuüben. So fand ich an einigen Bushaltestellen 2-3 Leute mit Megaphonen stehen um die Leute anzuschreien, damit keiner vom Bus erwischt wird. Auch in den Restaurants sind ein Kellner pro Tisch nicht unüblich, oftmals hat man aber gleich 5 oder 6, die den Tisch belagern um den Gast optimal zu beraten. In den Läden ein ähnliches Bild. Manchmal ist man zu zweit im Laden und 15 Verkäuferinnen lauern um einen anzufallen. Im Supermarkt werden die Tüten gepackt, es gibt Leute die bewachen die Wagen, an unebsamen Stellen wird einem der Wagen angehoben etc.
Inzwischen habe ich in einer Dokumentation gesehen, dass die Busschreier wohl aus dem großen Programm rund um die Olympischen Spiele entstanden sind. Die Chinesen bekommen “Benimm”-Unterricht um sich den westlichen Sitten enstprechend zu verhalten. Dazu gehört dann auch der Verzicht aufs Spucken oder eben das Drängeln am Bus.
Ich flog nach China, klar ich hab viel Tee getrunken. Tee wird meistens schon als kostenloses Gastgeschenksgetränk in Restaurants gereicht. Grüner Tee, in Deutschland von mir als „Kompost-Tee“ betitelt, schmeckt in China ausgezeichnet. Shouyan erklärte mir, dass sie in Österreich in vielen Teeläden war, aber keinen richtigen grünen Tee gefunden hat. Der exportierte Tee wird anscheinend etwas geröstet, wie das bei schwarzen Tee der Fall ist, was den Geschmack stark verändert. Schwarzen Tee habe ich gar nicht getrunken, scheint nicht besonders populär in Beijing/China zu sein. Jasmintee trank ich auch häufig, er ist halt recht mild, nicht schlecht, aber mein Lieblingstee war Chrysanthemen-Tee. Sehr lecker! Außerdem tranken wir viel Grapefruit-Lemon-Honey-Tee, wobei der nicht wirklich chinesisch ist, sondern aus einem anderen asiatischen Land importiert wird, ich glaube, es ist Korea. Sehr süß, wird aus einem Glas gelöffelt und überbrüht, erinnert stark an Marmelade. Sehr empfehlen kann ich auch die Erfrischungsgetränke aus grünem Tee. Sie werden an Kiosken und in Supermärkten wie Eistee oder Cola verkauft. Lustigerweise als „sugarfree“, aber mit „honey inside“  . Das chinesische Bier schmeckt irgendwie stark verdünnt, ziemlich langweilig. Ein Highlight ist japanischer Pflaumenwein, der aber von mir ungleich besser aufgenommen wurde, als von Shouyan.
Tuesday, September 25. 2007
Etwas komisch kam ich mir schon vor. Da ich recht „normal“ lebte, das heißt nicht als typischer Tourist unterwegs war, war ich doch recht auffällig. Egal, wo ich lang lief, ob mit Shouyan an der Hand oder alleine, immer wurde ich betrachtet bzw. meistens angestarrt. Ok, ich bin 1.92 Meter groß und damit größer als die meisten (erschreckend, wenn einem größere Chinesen begegnen), aber in Beijing sind viele Ausländer. Alleine 8000 Deutsche tummeln sich da. Im Vergleich zu 22 Millionen mag das nicht viel erscheinen, aber man sieht und hört sie doch. Ganz unwahrscheinlich scheint es zu sein, wenn ein westlicher Ausländer mit dem Bus fährt. Offene Münder waren an der Tagesordnung, habe aber auch außer mir nicht einen anderen westlich aussehenden Ausländer im Bus entdeckt. Viele junge Chinesinnen stehen auf Ausländer. Für mich eher unbequem da ich ja mit meiner Freundin unterwegs war, wenn man permanent angestarrt oder angelächelt wird. Da ich meistens Shouyan an der Hand hatte, blieben sie aber auf Distanz. Für männliche Singles ist China, besonders Beijing, auf jeden Fall zu empfehlen, auch, wenn viele Mädels doch etwas zu „ernste“ Absichten haben (Heirat & ab in den Westen). Obacht  . Man sieht hier oftmals den typischen westlichen Asia-Reisenden. 45-65 Jahre alt, 20-Jährige Chinesin im Arm. Ansonsten trifft man wenige gemischte Gruppen, es gibt die typischen Touristen und natürlich die, die hier arbeiten. Viele bleiben unter sich, so dass die interkulturelle Kommunikation etwas brach liegt.
Thursday, June 21. 2007
Technik ist in China präsenter als in Deutschland, wenn auch die Kluft zwischen hoher Technisierung und geringer weitaus ausgeprägter ist. In vielen Restaurants sind die Wände mit Flatscreens tapeziert auf denen Fernsehprogramm läuft. Cool ist das im Bus, dort gibt es ein Programm namens „Bus Online“: Ein für die Busse produziertes Fernsehprogramm, das permanent auf 2 oder 4 Flatscreens im Bus läuft. Bis zuletzt habe ich nicht rausbekommen, wie das „online“ zu verstehen ist. DVD-Player oder Rechner habe ich nicht entdecken können, aber ich bezweifle, dass es wirklich „online“ bzw „wireless“ zu jedem Bus gelangt. Dafür war die Videoqualität zu hoch, es gab keine Hänger oder Artefakte usw. Überhaupt sind Wlans nicht sehr verbreitet. Man findet sie eigentlich nur in einigen Cafés (in denen sich meistens haufenweise Ausländer tummeln). Wie auch immer, das Busprogramm war gut, mit Untertitel und Ton, sehr praktisch im Bus.
Wednesday, June 13. 2007
Everyone, who wants to register for the free China Daily PDF versions, has encountered that filling the form out and clicking on submit does not work a little. Here is the solution: http://pub1.chinadaily.com.cn/cdpdf/cndy/register.shtml?do=register&email=<YOUREMAIL>&reemail=<YOUREMAIL>&password=<YOURPASSWORD>&repassword=<YOURPASSWORD>&firstname=<YOURFIRSTNAME>&lastname=<YOURLASTNAME>&phone=<YOURPHONENUMBER>&address=<YOURADDRESS>&city=<YOURCITY>&state=<YOURSTATE>&zip=<YOURZIP>&country=<YOURCOUNTRY>&birthyear=<YOURYEAROFBIRTH>&profession=<YOURPROFESSION>&ints[]=chn&id=1
just copy that URL to your browsers address field and change the <YOUR...> to what you like.
Monday, May 28. 2007
It is done, I finished my first character for www.writeinchinese.com , a website which presents the writing and meaning of chinese characters. Greetings to Adam and a thank you for the work you have already done! My first character is 点 diǎn, not a very complicated but a quite useful one. It means “o’clock” and is used as a measure word for hours. The full entry can be found at writeinchinese.com/node/246. Hope I can contribute a lot more soon. I think it will improve my GIMP knowledge a lot, nice side effect 
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Kommentare
Thu, 24.02.2011 10:33
Thanks a lot for the icons, it is very helpfull!
Sun, 19.12.2010 22:51
I’ve been looking for a set li ke this for a long time. Many thanks!
Fri, 06.03.2009 22:58
Awesome, thanks!
Fri, 12.12.2008 20:21
Keine Ursache und ebenfalls ei nen schönen Abend!
Fri, 12.12.2008 19:33
Guten Abend, ich habe mein en Fehler entdeckt: Ich habe d ie Zeichen < und > nicht übers chrieben... Vielen Da [...]
Fri, 12.12.2008 19:09
Hallo Herr Voigt, wahrschei nlich haben Sie einfach einen Fehler eingetippt. Ich habe es gerade nochmal zum Test [...]
Fri, 12.12.2008 11:15
Hallo Herr Scheuer, vielen Dank für die schnelle Antwort. Ich habe nochmal alles so gem acht wie Sie es gesagt h [...]
Fri, 12.12.2008 08:56
Hallo Herr Voigt, anscheine nd hat ein Blog-Update den Lin k unbrauchbar gemacht. Ich hab e nun die entsprechende [...]
Fri, 12.12.2008 01:32
Hallo Herr Scheuer, können Sie mir bitte noch einmal erlä utern wie man sich bei chinada ily registriert? Ich hab [...]
Mon, 17.11.2008 15:27
Allerdings, weil die Informati onsdichte deutlich geringer al s bei einem Blog ist.
Mon, 17.11.2008 14:53
Und du hast was gegen Tumblr??
Mon, 10.11.2008 23:02
Sehr interessanter Artikel -- und gleichzeitig die Beschreib ung eines meiner Hobbies: Alle Menschen dazu zu bringe [...]
Sun, 12.10.2008 02:11
I suggest the Spring of Eclips e Plug-In: http://springofe clipse.sf.net
Sun, 12.10.2008 02:06
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Wed, 13.08.2008 13:13
Hier ein Link zu unabhängigen Medien: http://infokrieg.tv/w ebradio_archiv.html http://nw o-fighter.info/blog/info [...]